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Ausbildungen und Seminare für Heilpraktiker

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Menschen, die als Heilpraktiker arbeiten, haben in der Regel eine ganz besondere Verbindung zu ihrem Beruf. Nicht grundlos besuchen immer mehr Patienten zuerst einen Heilpraktiker, bevor sie sich einer schulmedizinischen Behandlung unterziehen. Damit gewinnt der Heilpraktiker im medizinischen Bereich zunehmend an Bedeutung.

Die Heilpraktiker-Ausbildung richtet sich an Personen, die ihr erworbenes Wissen später im Rahmen einer selbstständigen Tätigkeit in einer eigenen Praxis umsetzen möchten.

Für die Umsetzung der Tätigkeit benötigt ein Heilpraktiker jedoch gemäß Heilpraktikergesetz eine Heilerlaubnis, die er nach einer amtsärztlichen Überprüfung durch das für ihn zuständige Gesundheitsamt erhält.

Folgende Kriterien müssen dafür erfüllt sein:

• mindestens Haupt- oder Realabschluss

• vollendetes 25. Lebensjahr

• aktuelles Gesundheitszeugnis, keine körperlichen oder geistigen Schwächen oder Sucht

• aktuelles polizeiliches Führungszeugnis, keine vorliegenden sittlichen oder strafrechtlichen Vergehen

Der Beruf des Heilpraktikers ist vielfach jedoch auch ohne die Einhaltung dieser Kriterien erlernbar. Besonders die privaten Anbieter stellen keine Voraussetzungen und bieten Seminare zum Absolvieren des Berufs Heilpraktiker mit amtsärztlicher Überprüfung ohne Beschränkung an. Wer erfolgreich teilgenommen hat, darf sich von nun an Heilpraktiker nennen. Staatlich Prüfungen gibt es nicht.

Berufsbilder, Ausbildungsdauer und Prüfung

Wer den Beruf des Heilpraktikers erlernen möchte, hat grundsätzlich drei Auswahlmöglichkeiten:

1. Heilpraktiker mit amtsärztlicher Überprüfung ohne Beschränkung

2. Heilpraktiker mit amtsärztlicher Überprüfung mit Beschränkung (PsyHP)

3. Tierheilpraktiker – ohne amtsärztliche Überprüfung

Neben dem „großen Heilpraktiker“ ohne Beschränkung gibt es noch den „kleinen Heilpraktiker“ Psychotherapie. Hier zielt die Ausbildung im Wesentlichen auf die Bereiche Psychologie sowie Psychopathologie ab. Dieser Heilpraktiker darf nach bestandener Prüfung nur psychische Erkrankungen feststellen und behandeln. Des Weiteren rückt auch der Beruf des Tierheilpraktikers immer weiter in den Vordergrund.

In Deutschland findet die schulische Ausbildung meist an privaten Bildungsträgern statt. Mittlerweile gibt es neben dem Vollzeitunterricht auch die Möglichkeit, den Beruf des Heilpraktikers in Wochenend- bzw. Abendkursen oder in einem Fernstudium zu erlernen. Je nach Bildungseinrichtung und Unterrichtsmodell dauert die Ausbildung zwischen 12 Monaten und drei Jahren.

Die Vorbereitung auf die Prüfung kann noch ein weiteres halbes Jahr in Anspruch nehmen. Viele Studenten nehmen die Verlängerung in Anspruch, da die Durchfallquoten in diesem Bereich sehr hoch sind. So können sie alle wichtigen Lerninhalte noch einmal wiederholen und sich gründlich auf die Prüfung vorbereiten.

Studieninhalte und Seminare

Jede Bildungseinrichtung gestaltet den Unterricht etwas anders. Neben dem Hauptunterricht werden häufig auch fächerübergreifende Verknüpfungs- und Vertiefungslehrgänge angeboten. Damit können die Studenten ihre bereits erworbenen medizinischen Kenntnisse weiter vertiefen.

Eine Heilpraktiker-Ausbildung sollte Folgendes beinhalten:

• Physiologie des Körpers

• Anatomie des Körpers

• Pathophysiologie des Körpers

• Hygiene und Gesetzeskunde

• Infektionslehre

• Notfallmedizin

• Psychologie, Psychopathologie

• Pharmakologie

• Naturheilkunde

• Laborkunde

• Injektionstechniken

• Diagnose und Therapie – Praxisunterricht

Darüber hinaus muss der Heilpraktiker natürlich immer auch erkennen können, ob ein Notfall vorliegt oder ob lebensbedrohliche Symptome gegeben sind.

Ausgebildete Heilpraktiker haben nach der eigentlichen Studienzeit die Möglichkeit, ihr Wissen durch die Teilnahme an Fortbildungsseminaren nochmals zu erweitern, um so das Behandlungsspektrum der eigenen Praxis zu vergrößern. Verschiedene Einrichtungen bieten hierfür berufsbegleitend Kurse an. Am Ende eines Seminars erhält der Teilnehmer nach bestandener schriftlicher Abschlussprüfung ein Zertifikat.

Bildquelle: Medisal.de (vielen Dank für die freundliche Genehmigung)